Computertomografien in der Kindheit erhöhen Krebsrisiko

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Bei Erwachsenen wird das Krebsrisiko durch die Strahlenbelastung bei einer Computertomografie als relativ gering eingestuft. Forscher haben jetzt allerdings herausgefunden, dass CT-Untersuchungen im Kindesalter eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Krebse

Dass Strahlung Krebs verursacht, ist lange bekannt. Die Frage, die die Forschung beschäftigt ist: wie gefährlich ist die relativ geringe Strahlungsbelastung, die bei der Computertomografie entsteht.

Wissenschaftler um den Radiologen Dr. Mark Pearce von der Newcastle University & Royal Victoria Infirmary in Newcastle upon Tyne haben eine Langzeitstudie durchgeführt, um das Krebsrisiko zu untersuchen, das durch Computertomografien während der Kindheit entsteht.

Die Studie erfasste 180.000 Kinder, die zwischen 1985 und 2002 in einem britischen Krankenhaus einer Computertomografie unterzogen wurden. Die Forscher unterteilten nach Anzahl und Art der CT-Scans und errechneten die Strahlendosis, die dabei freigesetzt wurde. Diese Daten wurden mit Krebserkrankungen zwischen 1985 und 2008 abgeglichen: 74 von 178.604 Patienten, die einer kumulativen Dosis von mindestens 30 Milli-Gray (mGy) ausgesetzt waren, waren an Leukämie erkrankt. 135 von 176.687 Patienten hatten bei einer kumulativen Dosis von mindestens 50 mGy einen Gehirntumor entwickelt. Oder anders ausgedrückt: Zwei oder drei Computertomografien des Kinderkopfes verdreifachen das Risiko später einen Gehirntumor zu entwickeln. Fünf bis zehn CTs während der Kindheit verdreifachen die Wahrscheinlichkeit an Leukämie zu erkranken.

CT-Untersuchnungen bei Kindern werden häufig bei Kopfverletzungen gemacht. Auch im Rahmen anderer Erkrankungen wie z.B. bei Verdacht auf Blinddarmentzündung wird inzwischen häufig eine Computertomografie durchgeführt. Die Zahl der durchgeführten CTs hat sich in den letzten Jahren vervielfacht.

Da Kinder strahlungsempfindlicher sind als Erwachsene, raten die Forscher der Studie zu einem sensiblen Umgang mit der Computertomografie besonders im Kindesalter. Eine Computertomografie sollte nur durchgeführt werden, wenn von anderen bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder MRT keine aussagekräftigen Ergebnisse zu erwarten sind. Auch sollte die Weiterentwicklung von CT-Geräten mit einer noch niedrigeren Strahlenbelastung vorangetrieben werden.

Quelle: Mark S. Pearce u.a.: Radiation exposure from CT scans in childhood and subsequent risk of leukaemia and brain tumours: a retrospective cohort

U. Kohaupt Ursula Kohaupt
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 29.07.2015
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