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Vorsorgeuntersuchungen

Warum werden Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt?

Vorsorgeuntersuchungen werden bei allen Kindern vom Säuglingsalter bis in die Schulzeit durchgeführt und dienen dazu, Krankheiten oder Entwicklungsstörungen frühzeitig zu erkennen und schwerwiegende körperliche Schäden zu verhindern.


Sind Vorsorgeuntersuchungen verpflichtend?

Die Vorsorgeuntersuchungen sind natürlich nicht verpflichtend, werden aber eindringlich empfohlen. Je früher nämlich eine Krankheit oder Funktionsstörung erkannt wird, desto besser kann man schwerwiegenden körperlichen Schäden vorbeugen.


Welche Vorsorgeuntersuchungen werden angeboten?

U1- am ersten Lebenstag
Die U1 wird am ersten Lebenstag durchgeführt. Hier wird beim Neugeborenen Maß genommen und vor allem folgende Parameter gemessen bzw. beurteilt:

  • Körpergewicht und Größe
  • Kopfumfang
  • Atemfrequenz, Atemgeräusche und Herzgeräusche
  • Puls: Der Puls lässt sich am besten an den Füßchen messen. Ein kräftiger Fußpuls bedeutet, dass die Arterien gut durchlässig sind.
  • Muskelspannung
  • Bewegungen des Kindes
  • rosige Hautfarbe?
  • Schlüsselbeinchen bei der Geburt heil geblieben?

U2- zwischen dem 3. und 10. Lebenstag
Die zweite U-Untersuchung erfolgt meist kurz vor der Entlassung aus dem Krankenhaus. Das Neugeborene wird untersucht auf:

  • Neugeborenengelbsucht
  • Stoffwechselstörungen
  • Schilddrüsenfunktion

Dazu entnimmt man dem Baby Blut aus der Ferse und lässt sie im Labor untersuchen. Dies wird auch als Stoffwechsel-Screening-Test bezeichnet. Des Weiteren erfolgt eine ausführliche Anamnese und Stillberatung.

U3- 4. bis 4. Lebenswoche
Hier steht die Entwicklung der Sinne im Vordergrund. Neben Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang des Säuglings werden auch Haut, Herz, Lunge, die Bauch- und Geschlechtsorgane sowie Augen und Ohren untersucht. Wichtig sind vor allem die Fragen: Kann das Baby Gegenstände mit den Augen Fixieren und zeigt es Schreckreaktionen nach lauten Geräuschen?

Zudem überprüft der Arzt, ob es in Bauchlage kurze Zeit den Kopf heben kann und ob sich die Beinchen in der Hüfte gut bewegen lasen. Die körperliche Untersuchung wird durch eine Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke ersetzt. Es handelt sich um eine der aufwendigsten Früherkennungsuntersuchungen, da Eltern zusätzlich nach Ernährungs- und Verdauungsstörungen sowie anderen Auffälligkeiten befragt werden. Zudem wird die bei der U1 und U2 begonnene vorbeugende Vitamin-K-Gabe vervollständigt.

U4- 3. bis 4. Lebensmonat
Auch hier werden die Körpermaße erhoben und ins Untersuchungsheft eingetragen.
Zudem erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Beurteilt wird z.B. die Größenentwicklung der Fontanellen. Der Arzt untersucht vor allem die Sinne, wie z.B. Lächelt es zurück oder wendet es seinen Kopf Geräuschquellen zu? Aber auch die Motorik des Kindes wird geprüft, z.B. Kann es den Kopf in gestützten Sitzen schon selbst halten?
Ab der 10. Lebenswoche kann mit den Impfungen begonnen werden. Der Arzt spricht mit den Eltern über Routine im Alltag und über das Elternsein.

U5- 6. bis 7. Lebensmonat
Neben der körperlichen Untersuchung steht hier die Beurteilung der geistigen und körperlichen Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt. In diesem Alter sollte der Säugling den Kopf kontrollieren können und mit den Händen nach Gegenständen greifen sowie unbekannt von vertraut unterscheiden können.

Die Eltern werden nach dem Verhalten und der Bewegungsfähigkeit des Kindes im Alltag befragt. Zudem werden die Eltern über die Umstellung auf Beikost und gegebenenfalls auch zum Thema hypoallergene Ernährung informiert.

U6- 10. bis 12. Lebensmonat
Der Arzt untersucht vor allem die Sprachentwicklung und Körperkoordination des Kindes. In diesem Alter sollte das Kind in der Lage sein, Doppellaute wie „mamam" oder „papam" zu bilden und Gegenstände mit Daumen und Zeigefinger zu ergreifen (Scherengriff). Es sollte zudem frei sitzen, krabbeln und mit Festhalten stehen können. In diesem Alter fremdeln die Kinder im Kontakt zu fremden Personen. Die bei der U4 begonnenen Impfungen werden im Alter von einem Jahr abgeschlossen. Zudem sollte bis zum 14. Lebensmonat die erste Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-Impfung erfolgen.

U7- 21. bis 24. Lebensmonat
Neben den üblichen Messungen erfolgt eine ausführliche körperliche Untersuchung des Kindes. Der Arzt achtet vor allem auf Gewicht, Minderwuchs und Fehlstellungen. Die Feinmotorik wird durch Schlüssel-Schloss- oder Steck- Spiele überprüft. Zudem werden Sprachvermögen und -verständnis überprüft. Der Wortschatz sollte jetzt 20 bis 50 Wörter umfassen, wobei die Sprachfähigkeit noch stark variiert. Die Eltern werde nach Sauberkeitserziehung und Spielverhalten des Kindes befragt. Zum Ende des zweiten Lebensjahres sollte die zweite Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-Impfung erfolgen.

U7a
Zwischen dem 34. und 36. Lebensmonat (vor dem Kindergarten) wird die U7a durchgeführt. Sie dient vor allem der Früherkennung allergischer Erkrankungen sowie von Verhaltens-, Sozialisations- und Sprachentwicklungsstörungen.

U8- Alter von 3 ½ bis 4 Jahren
Neben den Routinemessungen und -untersuchungen werden ein ausführlicher Hör - und Sehtest durchgeführt sowie der Urin untersucht. Hier stehen zudem die Kommunikation und das Sozialverhalten im Mittelpunkt. In diesem Alter führen Kinder Rollenspiele durch, suchen Freundschaft mit Gleichaltrigen und können sich mit anderen unterhalten. Des Weiteren werden Feinmotorik und Gleichgewicht untersucht. Ein gutes Gleichgewicht zeigt sich am sicheren Einbeinstand und am weichen Abfedern beim Sprung vom Stuhl.

U9- fünftes bis sechstes Lebensjahr
Im Jahr vor der Einschulung untersucht der Arzt vor allem die Sehfähigkeit, das Gehör, die Feinabstimmung der Bewegungen und die Fortentwicklung der Sprache. Der Sehtest erfolgt mit Hilfe von Bildtafeln und prüft das räumliche Sehen und die Farbwahrnehmung des Vorschulkindes. Das Kind sollte auf einem Bein hüpfen und mindestens fünf Sekunden stehen können. Es spricht jetzt weitgehend fehlerfrei und kann ausdauernd mit Gleichaltrigen spielen. Die Eltern werden nach Hinweisen für chronische Erkrankungen des Kindes gefragt. Des Weiteren wird der Impfstatus des Kindes überprüft und gegebenenfalls Auffrischimpfungen durchgeführt.

J1 - Jugendgesundheitsuntersuchung
Die J1 erfolgt zwischen dem 12. und 14 . Lebensjahr. Hier wird neben den Routineuntersuchungen, die körperliche und sexuelle Entwicklung des Kindes untersucht. Die J1 beinhaltet auch ein Gespräch mit dem Jugendlichen über Empfängnisverhütung, Rauchen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Lebens- und Essgewohnheiten, AIDS-Vorbeugung und Probleme in Schule und Familie. Die Jugenduntersuchung sollte am besten ohne Eltern durchgeführt werden. Falls man doch ängstlich ist, sollte man sich idealerweise den besten Freund mitnehmen.

 



Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.

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