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Wasserbrüche

Was ist ein Wasserbruch?

Bei einem Wasserbruch (Hydrozele) kommt es zur Füllung des Hodensackes mit Flüssigkeit. Der Wasserbruch kann angeboren sein oder auch zu einem späteren Zeitpunkt entstehen. Bei Neugeborenen treten Wasserbrüche oft auf. In den meisten Fällen handelt es sich um eine unnatürliche Verbindung zwischen dem Hodensack und des Bauchraums, die zum Einstrom von Flüssigkeit führt. Es kommt bei einem Wasserbruch zur Schwellung am Hodensack, die nur selten von Schmerzen oder anderen Beschwerden begleitet ist. Geht eine solche Störung nicht nach dem ersten Lebensjahr von alleine zurück, so kann eine Operation angezeigt sein.


Ursachen des Wasserbruches

Beim Wasserbruch dringt Flüssigkeit in den Hodensack ein. Die Ursache bei kleinen Kindern ist meistens eine angeborene Störung mit unzureichendem Verschluss einer Verbindung zur Bauchhöhle hin. Der Hoden wandert erst in der Entwicklung aus der Bauchhöhle in den Hodensack ein. Der Kanal, durch die er sich bewegt (Processus vaginalis), verschließt sich normalerweise nach einigen Lebensmonaten. Bleibt dies aus, so kann sich Flüssigkeit in der Hodenhülle ansammeln.

Ein erworbener Wasserbruch kann durch Störungen des Flüssigkeitsausgleichs im Hoden entstehen. Das kann bei Entzündungen am Hoden (Orchitis) oder am Nebenhoden (Epidydimitis) der Fall sein. Ähnliches kann sich bei manchen Tumoren, nach Verletzungen, bei Lymph- oder Blutabflussstörungen oder nach Hodenverdrehungen (Hodentorsion) abspielen. Nicht immer kann eine genaue Ursache für den Wasserbruch festgestellt werden.

Symptome bei einem Wasserbruch

Ein Wasserbruch tritt in den meisten Fällen innerhalb der Hodenhüllen auf und wird dann Hydrozele genannt. Betrifft der Bruch den Bereich des Nebenhodens, wird er als Spermatozele bezeichnet. Die Spermatozele enthält oft Spermien und Eiweißstoffe, während die Hydrozele normalerweise aus einer wässrigen Flüssigkeit besteht.

Der Hodensack ist bei einem Wasserbruch angeschwollen. Ein Schwere- und Spannungsgefühl kann bestehen, zu Schmerzen kommt es in den meisten Fällen aber nicht. Durch sehr ausgedehnte Wasserbrüche werden das Laufen und das Sitzen behindert. Eine längerfristige Folge der Wasserbrüche kann eine Minderdurchblutung sein. So kann es zu einer mangelhaften Bildung von Spermien kommen, wodurch eine Unfruchtbarkeit begründet sein kann.

Diagnose beim Wasserbruch

Nachdem er die Eltern und eventuell das Kind befragt hat (Anamnese), untersucht der Arzt den Körper und insbesondere die Hoden. Eine Verdachtsdiagnose ergibt sich durch den Anblick und die Abtastuntersuchung, bei der Durchleuchtung (Diaphanoskopie) zeigt sich ein typischer Befund. Eine Ultraschalluntersuchung ist eine gute Methode zur Abbildung des Wasserbruches, manchmal wird auch eine Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) vorgenommen.

Differenzialdiagnose

Hydrozele (Wasserbruch in den Hodenhüllen) und Spermatozele (am Nebenhoden) müssen voneinander abgegrenzt werden, ebenso ein Einbruch von Blut (Hämatozele) oder eine Venenerweiterung (Varikozele, Hodenkrampfadern). Zu einer Hodenschwellung können weiterhin Tumore oder Leistenbrüche (Ausstülpung von Bauchinhalt in den Hodensack) führen.

Therapie bei einem Wasserbruch

Die Therapie von Wasserbrüchen ist erst nach Vollendung des ersten Lebensjahres angebracht. Normalerweise muss eine Operation erfolgen, um einen Wasserbruch zu beseitigen. Eine Absaugung der eingedrungenen Flüssigkeit über eine Hohlnadel hat nur einen sehr begrenzten therapeutischen Wert, da meist bald neues Wasser nachläuft. Die Operation am Wasserbruch erfolgt über einen Zugang am Hodensack. Zunächst wird die Flüssigkeit abgelassen. Der offene Verbindungsgang zur Bauchhöhle hin wird unterbunden. Manchmal wird überschüssiges Gewebe entnommen. Der Verschluss der Verbindung kann alternativ auch durch eine Verödung (Sklerosierung) erfolgen. Liegt eine Spermatozele (flüssigkeitsgefüllter Raum am Nebenhoden) vor, so wird sie entfernt.

Prognose von Wasserbrüchen

Wasserbrüche, die angeboren sind, verschwinden meist im Laufe des ersten Lebensjahres. Bleibende oder erworbene Wasserbrüche (Hydrozele oder Spermatozele) sollten behandelt werden, um Folgeschäden wie Durchblutungsminderung mit möglicher Fruchtbarkeitsstörung zu verhindern. Die Operation lässt sich meist gut durchführen und ist in der Regel von dauerhaftem Erfolg. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch nach der Operation ein erneuter Wasserbruch entsteht. Bei der Operation kann es in manchen Fällen zu Komplikationen kommen, z. B. Entzündungen im Hodensack, Blutungen und Verletzungen.

 



Letzte Aktualisierung am 27.10.2009.

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