Der Verlauf der Erkrankung ist meist schon wegweisend im die Diagnose Masern zu stellen. Kolpik-Flecken sowie der charakteristische Ausschlag weisen meist klar auf eine Infektion mit dem Masern Virus hin. In der Untersuchung des Blutes zeigt sich eine Verminderung der weißen Blutzellen (Leukopenie und Lymphopenie). Ist das Gehirn mitbetroffen findet man in der Untersuchung des Hirnwassers (Liquor) einen erhöhten Eiweißgehalt sowie eine vermehrte Zahl von Abwehrzellen (Lymphozyten). Bei der subakut sklerosierenden Panenzephalitis können zusätzlich Ig-G-Antikörper im Liquor nachgewiesen werden. Im Zweifelsfall ist es zudem möglich, sowohl die spezifischen Antikörper gegen das Virus (Ig-M), als auch die Masernviren selbst im Blut, sowie im Abstrich aus dem Rachen zu bestimmen.
Differentialdiagnose
Aufgrund des Ausschlags kann die Erkrankung auch leicht mit Röteln oder Scharlach verwechselt werden. Bei Scharlach ist das Exanthem jedoch feinfleckiger und beginnt im Bereich der Achseln und der Leistenregion. Auch die für Scharlach typische Himbeerzunge fehlt bei der Masernerkrankung. Im Fall der Röteln verläuft die Erkrankung wesentlich milder und verursacht meist nicht so hohes Fieber und einen nur schwachen Ausschlag. Aufgrund der geschwollenen Lymphknoten kann auch eine Verwechselung mit dem Pfeiffer`schen Drüsenfieber möglich sein. Ein Nachweis der für Masern typischen Antikörper im Blut kann jedoch die Verwechselung mit anderen Erkrankungen weitestgehend verhindern.
Therapie
Da es sich um eine Infektion mit einem Virus handelt, ist die Therapie der Masern rein symptomatisch. Das Fieber kann durch Paracetamol oder Ibuprofen gesenkt werden, außerdem ist es sehr wichtig, dass das Kind ausreichend trinkt. Gegebenenfalls können schleimlösende Medikamente gegeben werden. Antibiotika werden nur dann verabreicht, wenn zusätzlich zur Masernerkrankung eine Infektion durch ein Bakterium erfolgt ist (sogenannte bakterielle Sekundärinfektion), beispielsweise in Form einer Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung. Die Erkrankten sollten außerdem im Verlauf der Infektion isoliert werden und keine Gemeinschaftseinrichtungen, wie Schule oder Kindergarten, besuchen.
Impfung
Zur Prophylaxe einer Maserninfektion sieht der Impfkalender der STIKO (ständige Impfkommission des Robert Koch Institutes) eine aktive Impfung vor. Sie kann Kindern ab dem 12. Lebensmonat gegeben werden und wird meistens zusammen mit der Röteln- und Mumpsimpfung verabreicht. Der Impfstoff ist ein sogenannter attentuierter Lebendimpfstoff, das heißt es wird ein Virus geimpft, das so stark abgeschwächt wurde, dass es keine Erkrankung mehr verursachen kann. Es löst dabei im Körper eine Abwehrreaktion aus, sodass sich die Abwehrzellen gegen die Oberfläche der Masern-Viren richten und diese zerstören, bevor sie in menschlichen Körperzellen Schaden anrichten. Bereits die einmalige Masernimpfung vermittelt einen Schutz von 95 Prozent. Es ist jedoch in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, dass im Rahmen der Impfung sogenannte Impfmasern auftreten können. Sie sind ungefährlich, können aber etwa sieben Tage nach der Impfung gegen Masern einen von Fieber begleiteten Ausschlag hervorrufen, der sich jedoch rasch wieder zurückbildet. Kinder die gerade eine Infektion durchmachen oder abwehrgeschwächt sind, beispielsweise durch eine Kortisontherapie, sollten die Impfung zunächst nicht erhalten.
Prognose
Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern können in 20-30 Prozent der Fälle schwerwiegende Komplikationen hervorrufen. Entzündungen von Mittelohr, Lunge oder Gehirn können als Folge der Erkrankung auftreten. Besonders bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung oft schwerer als bei Kindern. Treten keine Begleiterkrankungen auf, heilt die Krankheit von selbst wieder aus und hinterlässt einen lebenslangen Schutz. Dank der in Impfung gegen Masern, die in Deutschland ab dem 12. Lebensmonat bei Kleinkindern durchgeführt werden kann, kommt die Erkrankung bei uns nur noch selten vor. In den Entwicklungsländern verstirbt jedoch noch eine erhebliche Zahl infizierter Personen im Laufe von Masernepidemien.
Letzte Aktualisierung am 13.10.2009.