Röteln - Diagnose und Prognose


Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine Infektion mit Röteln hat oft ein sehr uncharakteristisches Auftreten und wird oft nicht sofort erkannt. In der Untersuchung des Blutes fällt eine erhöhte Zahl an weißen Blutkörperchen auf (Leukozytose). Mit dem Auftreten des Ausschlags können auch spezifische Antikörper gegen das Rötelnvirus im Blut nachgewiesen werden. Diese Antikörper verbleiben jedoch nach einer Infektion lebenslang im Körper, somit muss deren Nachweis im Blut nicht unbedingt auf eine akute Infektion hinweisen. Im Zweifelsfall kann deshalb die Diagnose Röteln erst 14 Tage nach Auftreten des Ausschlags durch einen Vergleichstest gesichert werden.

Die Diagnose einer Rötelnempbryopathie stellt der Arzt anhand pränataler Untersuchungen. Mit dem Einverständnis der Mutter kann anhand pränataler Diagnostik, wie beispielsweise durch eine Blutentnahme aus der Nabelschnur oder einer Untersuchung des Fruchtwassers, untersucht werden, ob Antikörper im Blut des Embryos vorhanden sind und das ungeborene Kind sich somit mit dem Virus infiziert hat.

Differentialdiagnose

Der Ausschlag bei Röteln kann zunächst auch leicht mit Masern oder Scharlach verwechselt werden. Hier treten jedoch die für Röteln typischen Lymphknotenschwellungen nicht so charakteristisch in Erscheinung. Auch andere Viruserkrankungen wie Dreitagefieber oder Ringelröteln sollten ausgeschlossen werden.

Therapie

Da Röteln durch Viren verursacht werden, kann eine Therapie nur symptomatisch erfolgen. Bei Schmerzen oder Fieber können fiebersenkende Mittel, wie Paracetamol oder Ibuprofen gegeben werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass das Kind viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Gegen den Juckreiz auf der Haut können so genannte Antihistaminika gegeben werden. Von Röteln betroffene Kinder sollten außerdemBettruhe einhalten. Die Betroffenen sind immer zu isolieren, um zu verhindern, dass sich weitere Personen mit dem sehr ansteckenden Virus infizieren. Die Isolierung dauert so lange, bis der Hautausschlag verschwunden ist.

Impfung

Ein Medikament gegen das Virus gibt es nicht, es existiert jedoch eine aktive Impfung, die von der STIKO, der ständigen Impfkommission des Robert Koch Institutes, für alle Kinder empfohlen wird. Sie wird im Normalfall zusammen mit der Masern- und Mumpsimpfung ab dem 12. Lebensmonat gegeben und mit etwa 5 Jahren wiederholt. Diese Impfung soll vor allem das Auftreten von Röteln in der Schwangerschaft verhindern, was nur durch eine konsequente Schutzimpfung der gesamten Bevölkerung erreicht werden kann.
Es ist deshalb sehr wichtig vor einer geplanten Schwangerschaft zu überprüfen, ob eine Immunität der Frau gegen das Rötelnvirus besteht. Ist dies nicht der Fall sollte eine Impfung durchgeführt werden.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen bei einer Schwangeren wird dann anhand einer sogenannten Titerbestimmung überprüft, wie viele Antikörper gegen Röteln vorliegen. Der Titer sollte nicht unter 1:8 liegen. Ein ausreichender Schutz gegen Röteln besteht bei einem Titer von 1:32 oder höher. Hat die Schwangere keinen Schutz und es bestand Kontakt zu einer mit Röteln infizierten Person, können innerhalb von 48 Stunden sogenannte Hyperimmunglobuline gegeben werden, die sich gegen das Virus richten.

Prognose

Treten im laufe der Erkrankung keine Komplikationen auf, heilt die Röteln-Infektion von selbst und ohne Folgen wieder aus. Hat man die Krankheit einmal durchgemacht, besteht ein lebenslanger Schutz vor einer erneuten Infektion. Im Falle einer Rötelninfektion in der Schwangerschaft kann die Erkrankung jedoch bleibende Schäden beim ungeborenen Kind verursachen. Für die werdende Mutter ist die Rötelninfektion weitestgehend ungefährlich.


Röteln

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Letzte Aktualisierung am 18.11.2009.
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