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Keuchhusten - Diagnose und Prognose



Wie laüft eine Diagnose ab?

Keuchhusten ist zu Beginn meist schwer zu erkennen, da die Symptome meist unspezifisch sind. Das Herausstrecken der Zunge beim Husten und die nächtlichen Hustenattacken geben oft erste Hinweise. In der Untersuchung des Blutes wird zunächst ein Anstieg der Abwehrzellen zu sehen sein (Leukozytose), was auf eine Infektion mit Bakterien hinweist. Daraufhin wird im Normalfall versucht, den Erreger Bordetella Pertussis nachzuweisen. Dazu wird ein Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum entnommen, woraus das Bakterium direkt angezüchtet werden kann. Diese sogenannte Bakterienkultur dauert jedoch einige Zeit. Als Alternative kann deshalb auch das Erbgut des Bakteriums isoliert und nachgewiesen werden. Antikörper gegen den Erreger finden sich im Blut jedoch erst zwei bis vier Wochen nach dem Beginn der Erkrankung im Stadium convulsivum.


Differentialdiagnose

Eine Erkrankung an Pertussis kann zunächst auch mit Entzündungen der Atemwege, wie einer durch das Respiratory syncytial Virus ausgelösten Bronchiolitis, oder einer Lungenentzündung verwechselt werden. Beide Krankheiten zeigen jedoch nicht den Verlauf in verschiedenen Stadien sowie den charakteristischen Husten. Auch die Mukoviszidose (zystische Fibrose) kann zunächst ähnliche Symptome wie Keuchhusten verursachen. Bei einem plötzlich einsetzenden Husten sollte man außerdem ausschließen, dass das Kind keinen Gegenstand verschluckt oder eingeatmet hat (Fremdkörperaspration). All diese Erkrankungen können jedoch anhand einer Blutuntersuchung sowie einem Erregernachweis gut vom Keuchhusten abgegrenzt werden.


Therapie

Die Keuchhusten-Erkrankung kann am besten mit einer frühzeitigen Antibiotikagabe behandelt werden. Diese Therapie ist allerdings nur so lange sinnvoll, wie der Patient die Erreger ausscheidet. Dies ist ab dem Ende der Inkubationszeit, also im Stadium cattharale bis zum Ende des Stadium convulsivum der Fall. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass das Antibiotikum zwar die Bakterien abtötet, die Symptome aber oft nicht bessert, da die Schleimhäute durch das Toxin des Bakteriums meist schon sehr stark geschädigt sind. Deshalb verhindern Antibiotika nur das Fortschreiten der Erkrankung und verringern die Ansteckungsfähigkeit der Erkrankten, wobei sich der Zustand der Betroffenen dabei erst sehr langsam wieder bessert. Man gibt den Betroffenen in der Regel sogenannte Makrolid Antibiotika. Meist werden entweder Erythromycin, Azithromycin oder Clarithromycin aus dieser Stoffgruppe verabreicht. Als Alternative kann auch Cotrimoxazol oder Ampizillin gegeben werden. Das Antibiotikum muss über 14 Tage gegeben werden. Liegt eine Sekundärinfektion mit einem weiteren Bakterium vor, muss unter Umständen ein weiteres Antibiotikum zusätzlich gegeben werden.

Außerdem sollten erkrankte Personen Bettruhe einhalten, ausreichend trinken und kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Auch nach Beginn der Therapie mit einem Antibiotikum sind betroffene Personen noch bis zu sieben Tage ansteckend und sollten isoliert werden, um die Ansteckung Anderer zu vermeiden. Säuglinge, die an Pertussis erkranken, müssen wegen der Gefahr Erstickungsanfälle zu erleiden, in ein Krankenhaus eingewiesen und stationär überwacht werden. Für Säuglinge besteht nach der Geburt kein Nestschutz gegen Keuchhusten, das heißt sie erhalten von der Mutter nach der Geburt keine Antikörper gegen den Erreger. Deshalb ist es wichtig, Neugeborene von infizierten Personen fernzuhalten. Haben ungeimpfte Säuglinge und Kleinkinder dennoch Kontakt zu ansteckungsfähigen Pertussis-Patienten, können sie prophylaktisch Antibiotika erhalten. Sie werden dann genauso behandelt, wie Personen, die sich mit dem Erreger bereits infiziert haben.


Impfung

Eine Impfung gegen Keuchhusten kann den Kindern etwa ab der 6.Lebenswoche gegeben werden. Sie vermittelt einen Schutz zwischen 70 und 97 Prozent und wird meist in einer Kombinationsimpfung zusammen mit den Impfstoffen gegen Tetanus, Diphterie und Poliomyelitis verabreicht. Der Impfstoff gegen Keuchhusten ist ein sogenannter azellulärer Impfstoff, das heißt, er enthält keine ganzen Erreger sondern nur die Teile der Bakterienzelle, die im Körper des Kindes eine Abwehrreaktion auslösen. Die Impfung wird von den Kindern sehr gut vertragen, außer einer eventuellen leichten Schwellung und Rötung an der Einstichstelle treten keine Impfkomplikationen auf. Wenn das Kind jedoch einen fieberhaften Infekt hat, an einer Nervenerkrankung leidet oder allergisch gegen Bestandteile des Impfstoffes ist, sollte zunächst von einer Impfung abgesehen werden. Von der ständigen Impfkommission des Robert Koch Institutes (STIKO) wird empfohlen, eine Grundimmunisierung gegen Pertussis durch dreimaliges Impfen im ersten Lebensjahr durchzuführen.


Prognose

Wenn die Diagnose Keuchhusten rechtzeitig gestellt und früh genug mit der richtigen Behandlung begonnen wird, ist die Prognose sehr gut. Die Erkrankung kann jedoch einen sehr langen Verlauf nehmen und vor allem bei Säuglingen auch lebensbedrohliche Atemstillstände und schwerwiegende Komplikationen verursachen. Zudem hinterlassen weder die Erkrankung an Pertussis selbst noch die Impfung eine lebenslange Immunität. Es wird deshalb besonders Schwangeren, sowie werdenden Vätern und Personen, die engen Kontakt zu Säuglingen haben empfohlen, die Pertussis Impfung auffrischen zu lassen.

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Letzte Aktualisierung am 13.10.2009.

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