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Diphterie - Symptome und Diagnose



Welche Symptome können auftreten?

Man kann zunächst drei Formen der Diphtherie unterscheiden:

  • Tonsillen- und Rachendiphtherie
  • Nasendiphtherie
  • Kehlkopfdiphtherie

Bei der Tonsillen- und Rachendiphtherie haben die Betroffenen Fieber, sind abgeschlagen, müde und klagen über Schluckbeschwerden. Die Lymphknoten am Hals sind stark angeschwollen und bereiten starke Schmerzen. An Diphtherie erkrankte Personen haben meist eine kloßige Sprache, oft fällt zudem ein süßlich-fauliger Mundgeruch auf. Die Nasendiphtherie kommt hingegen meistens bei Säuglingen und Kleinkindern vor. Die betroffenen Kinder haben einen blutigen Schnupfen und krustige Beläge im Naseneingang und Rachenraum.

Bei der Kehlkopfdiphtherie, dem sogenannten echten Krupp, haben die Kinder hingegen einen bellenden Husten. Sie sind heiser und haben Schwierigkeiten einzuatmen. Die so genannten Pseudomembranen aus abgestorbenen Zellresten verursachen starke Verklebungen auf dem Kehlkopf. Dadurch entwickeln die Kinder Luftnot und haben schwerste Erstickungsanfälle. Die verschiedenen Formen der Diphtherie können in unterschiedlichem Ausmaß verlaufen.

Sie können zum einen als:

I. Progrediente Diphtherie in Erscheinung treten - dieser Verlauf geht vor allem von der Tonsillen- und Rachendiphtherie aus. Die sogenannten Pseudomembranen, also die Beläge im Nasen- und Rachenraum treten an mehreren Stellen auf und breiten sich aus. Die Exotoxine richten hierbei einen großen Schaden an. Es kommt zu Toxinkomplikationen, an denen die Kinder versterben können.

II. Toxische oder maligne Diphtherie - dabei entwickeln die Kinder hohes Fieber und Ödeme, also Wassereinlagerungen an Armen, Beinen und im Gesicht. Die Lymphknoten am Hals sind extrem geschwollen, und auch hier können Wassereinlagerungen auftreten, was als Cäsarenhals bezeichnet wird.

Im Verlauf der Diphtherie können sich schwerwiegende Komplikationen entwickeln. Die Toxine werden über das Blut zu wichtigen Organen transportiert und können:

  • Am Herz eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) auslösen. Herzrhythmusstörungen und Kreislaufversagen können so zustande kommen und es besteht die Gefahr eines frühen Herztodes, der noch im Laufe der Erkrankung auftritt, oder eines Spättodes, der Wochen nach der Erkrankung im Verlauf der Genesung eintreten kann.
  • Im Nervensystem zu einer Entzündung von Hirnnerven führen. Es kommt dabei zu Lähmungserscheinungen am Gaumen, Schlucklähmungen und Lähmungen der Augenmuskulatur. Bewegungseinschränkungen der Körpermuskulatur können auch Wochen nach der Krankheit noch auftreten.
  • Zu einer Lungenentzündung führen. Etwa die Hälfte aller Todesfälle, die im Rahmen einer Diphtherie auftraten, kam durch eine Lungenentzündung zustande.
  • Eine erhebliche Einschränkung der Nierenfunktion durch eine Entzündung (Nephritis) bewirken.

Diagnose

Bei der Tonsillen- und Rachendiphtherie fallen besonders die geröteten Rachenmandeln mit grauweißen Belägen auf. Am Hals des Kindes sind sehr druckschmerzhafte Lymphknoten zu tasten. Die sogenannten pseudomembranösen Beläge auf den Mandeln sind nur sehr schwer zu entfernen und können leicht bluten, da die Blutgefäße durch die Exotoxine beschädigt wurden. Die Nasendiphtherie ist eher eine Erkrankung von Säuglingen und Kleinkindern. Sie entwickeln nach der Infektion mit dem Corynebakterium diphtheriae einen blutigen Schnupfen. Im Gegensatz dazu verursacht die Kehlkopfdiphtherie Husten und Erstickungsanfälle.

In jedem Fall wird dem Kind ein Abstrich von den Belägen aus der Nase oder dem Rachen entnommen. Diese werden von einem Mikrobiologen untersucht, um das Corynebakterium diphtheriae nachzuweisen. Die gesicherte Diagnose einer Diphtherie muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Außerdem wird eine Blutprobe entnommen. Liegt eine Diphtherie vor ist im Blutbild ein Anstieg der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) zu sehen, was auf eine durch ein Bakterium verursachte Entzündung hinweist.

Differentialdiagnose

Die Kehlkopfdiphtherie kann leicht mit einem Pseudokrupp (subglottische Laryngitis) verwechselt werden. Auch bei dieser Erkrankung hat das Kind einen bellenden Husten und Schwierigkeiten beim Einatmen. Jedoch werden die Symptome meist sehr schnell besser, wenn das Kind kalte feuchte Luft einatmet. In schweren Fällen kann hier auch ein Steroid als Zäpfchen Linderung verschaffen. Der Pseudokrupp tritt meist im Rahmen von Infekten der oberen Atemwege auf, wie sie Kinder in der kühleren Jahreszeit häufiger haben. Er wird durch Viren verursacht und steht in keinem Zusammenhang mit dem echten Krupp, also der Kehlkopfdiphtherie.

Eine Epiglottitis sollte ebenfalls in jedem Fall ausgeschlossen werden. Hier treten wie beim Pseudokrupp, oder auch beim echten Krupp , starke Schwierigkeiten beim Einatmen auf. Die Kinder erkranken meist im Alter zwischen 2-6 Jahren. Die Krankheit wird durch ein Bakterium namens Haemophilus Influenza ausgelöst und kommt kaum noch vor, da die Kinder im Normalfall gegen diesen Erreger geimpft werden.

Auch die Mononukleose, oder auch Pfeiffer`sches Drüsenfieber kann zunächst ähnliche Symptome wie die Diphtherie auslösen. Dies ist jedoch eine durch einen Virus ausgelöste Erkrankung, die durch eine Blutentnahme leicht erkannt werden kann. Außerdem sollte die Verwechselung mit einer Tonsillitis, also einer Entzündung der Rachenmandeln ausgeschlossen werden. Diese wird hauptsächlich durch Streptokokken ausgelöst, die durch einen Rachenabstrich innerhalb von wenigen Minuten nachgewiesen werden können. Sie ist sehr gut mit Penicillin behandelbar.

 


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Letzte Aktualisierung am 13.10.2009.

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