Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung an Diphtherie, muss der Betroffene auch schon vor dem sicheren Erregernachweis schnellstmöglich intravenös ein antitoxisches Diphtherieserum erhalten. Dabei handelt es sich um ein intravenös zu verabreichendes Medikament, das sich gegen die Exotoxine des Bakteriums richtet. Dieses Antitoxin wird meist aus dem Serum von Pferden gewonnen. Damit das Kind keine allergische Reaktion gegen das Serum entwickelt, muss vor der Verabreichung ein Verträglichkeitstest durchgeführt werden, in dem das Kind zunächst eine 1:1000 fach verdünnte Lösung in die Haut gespritzt bekommt. Ein Serum Präparat aus menschlichem Serum ist nur in der Schweiz erhältlich.
Bei komplettem Verschluss der Luftröhre, vor allem bei der Kehlkopfdiphtherie muss ein Luftröhrenschnitt durchgeführt werden, damit Sauerstoff in die Lungen gelangen kann.
Zusätzlich zu dem Antitoxin erhält das Kind noch ein Antibiotikum, um das Bakterium selbst auszuschalten. In der Regel wird dazu Penicillin über 14 Tage gegeben. Das Kind muss außerdem dringend Bettruhe einhalten, um die Gefahr einer Herzmuskelentzündung zu verringern. Jedes erkrankte Kind wird isoliert, um Ansteckungsgefahr zu vermeiden. Auch jede Kontaktperson erhält prophylaktisch Penicillin, um einen Ausbruch der Erkrankung im Voraus zu vermeiden. Um Komplikationen im Bereich des Herzmuskels frühzeitig zu erkennen sollten zudem bis sechs Wochen nach der Erkrankung regelmäßige EKG-Kontrollen erfolgen.
Impfungen
Die beste Methode, um einer Diphtherie wirkungsvoll vorzubeugen, ist die aktive Schutzimpfung. Nach den Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission) erhalten Kinder im Alter von zwei Monaten, drei Monaten, vier Monaten und zwölfMonaten einen Kombinationsimpfstoff, der unter anderem auch die Impfung mit dem Diphtherietoxoid enthält. Das Diphtherietoxid ist ein Stoff, der dem Diphtherietoxin strukturell sehr ähnlich ist. Er kann die Krankheit jedoch nicht auslösen, sondern vermittelt nur eine Immunität gegen Giftstoff des Bakteriums. Die Impfung muss nach etwa 5-10 Jahren aufgefrischt werden. Die Auffrischungsimpfung erfolgt mit einem Serum, das nur noch einen reduzierten Diphtherietoxoidgehalt aufweist.
Prognose
Diphtherie ist eine lebensgefährliche Erkrankung, die durch die Toxinkomplikationen bis hin zum Tode Führen kann. Sie ist seit Einführung der Impfung sehr selten geworden, kleine Epidemien treten jedoch gelegentlich noch auf. Bei Verdacht auf eine Diphtherie hängt der weitere Krankheitsverlauf und die Prognose unter Anderem entscheidend davon ab, wie der Zustand des Erkrankten ist und wie schnell das Antitoxin verabreicht wird. Im Falle einer Diphtherie versterben 5-10% der infizierten Personen an den Folgen der Erkrankung.
Letzte Aktualisierung am 13.10.2009.