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Schlafstörungen

Was ist eine Schlafstörung?

Schlafstörungen kommen bei etwa 50 Prozent der Vorschul- und Schulkinder phasenweise vor. Häufig kommt es zu Ein- oder Durchschlafstörungen und Alpträumen. Seltener kommt es zu einem schreckhaften Erwachen oder Schlafwandeln in der Nacht.


In der Regel müssen sich Eltern keine Sorgen machen, da nur selten eine umfangreiche Therapie notwendig ist.

Anzeichen einer Schlafstörung

Anzeichen einer Schlafstörung können sein:

  • Das Kind braucht abends länger als eine halbe Stunde zum Einschlafen, wacht häufig nachts auf und kann lange nicht wieder einschlafen.
  • Das Kind ist morgens müde und unausgeruht und braucht lange, um richtig munter zu werden.
  • Die alterstypischen Aufgaben können nur mit Mühe bewältigt werden. Das Kind leidet tagsüber unter Müdigkeit.
  • In der Schule hat das Kind Konzentrationsprobleme, ist gereizt, nörgelig, lustlos und überfordert.
Wenn Ihr Kind über die genannten Beschwerden an mindestens zwei bis drei Tagen in der Woche klagt und seit über einem Monat daran leidet, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.


Sind Schlafstörungen immer behandlungsbedürftig?

In der Regel sind die nächtlichen Probleme vorübergehend und nicht besorgniserregend. Behandlungsbedürftig sind lediglich andauernde, gravierende Schlafstörungen, die zu Leistungs- und Konzentrationsschwierigkeiten führen und sich negativ auf das Allgemeinbefinden auswirken.

Die meisten Kinder finden Hilfe und Trost im elterlichen Schlafzimmer. Trotzdem sollte die körperliche Nähe einer Bezugsperson mit dem Älterwerden des Kindes immer seltener werden. Stattdessen sollten verlässliche Einschlafrituale eingeführt werden.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen helfen oft spezielle Techniken, z.B. können negative Gedanken durch kognitives Training umgewandelt werden. Mit dem Erlernen und Anwenden der Entspannungstechniken werden Körper und Geist beruhigt und das Einschlafen erleichtert. Nur in seltenen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich.


Wer ist betroffen?

Etwa jedes dritte Kleinkind leidet unter Ein- bzw. Durchschlafstörungen. Das bedeutet also, es schläft mindestens einen Monat lang nicht innerhalb von einer Stunde ein. Etwa 50 bis 60 Prozent der 5-jährigen wachen nachts auf. Weitere 60 Prozent der Vorschulkinder erleiden Albträume.


Ursachen von Schlafstörungen

Mögliche Ursachen sind:

  • Angst vor dem Alleinsein
  • Angst vor der Dunkelheit
  • Entwicklungs- oder psychische Störungen, z.B. Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) oder depressive Verstimmungen
  • neurologische Erkrankungen, z.B. Epilepsie
  • u.a.
Bei Schulkindern und Jugendlichen können ganz andere Gründe eine Rolle für ihre Schlafstörungen spielen.

Hierzu gehören:

  • Schulstress
  • familiäre Konflikte
  • Probleme mit Freunden
  • übermäßige Fernseh- oder Computer-Nutzung
Emotionale Belastungen führen meist zu inneren Konflikten und starker Anspannung. Sie verhindern einen ruhigen Schlaf. Bei starken und anhaltenden Problemen ist ein Arztbesuch zu empfehlen. Daneben gibt es auch natürlich organische Störungen wie die Schlafapnoe (lang anhaltende, unwillkürliche Atempausen im Schlaf) oder Narkolepsie (Schlummersucht), die unbedingt einer ärztlichen Abklärung bedürfen.


Welche Formen von Schlafstörungen gibt es?

Verzögertes Schlafphasensyndrom
Kinder mit verzögertem Schlafphasensyndrom können meist nicht vor 3 oder 5 Uhr morgens einschlafen und haben große Mühen, rechtzeitig zur Schule aufzustehen. Betroffen sind meist Teenager. Die Eltern müssen die Kinder morgens regelrecht aus dem Bett zerren.
Meist hilft hier eine so genannte Radikalkur am Wochenende. Hier müssen die Jugendlichen Freitag nachts „durchmachen" und den ganzen Samstag wachbleiben. Zum Schluss sind sie schließlich so müde, dass sie tatsächlich gegen Mitternacht einschlafen können. Am Sonntag sollten sie dann zu der an Schultagen üblichen Zeit aufstehen. Diese Schlaf-Wachzeiten sollten dann in Zukunft auch regelmäßig eingehalten werden.

Narkolepsie
Unter der Narkolepsie versteht man die Tagesschläfrigkeit von Kindern, die mit der von gesunden Kindern nicht zu vergleichen ist. Narkoleptische Kinder können nämlich beim Essen, Sprechen oder sogar Fahrrad fahren plötzlich einschlafen. Es kommt mehrmals am Tag zu unkontrollierten Schlafattacken. Beim Einschlafen haben sie visuelle Halluzinationen und hören bizarre Töne. Zudem kann es beim Einschlafen und Erwachen zu Bewegungsunfähigkeit und Sprachblockierungen kommen. Solche Schlafattacken können von wenigen Sekunden bis zu einer halben Stunde dauern.

Im frühen Stadium haben Kinder oft enorme Schwierigkeiten, morgens aus dem Bett zu kommen. Kurz nach dem Aufstehen sind sie meist verwirrt und aggressiv. Wichtig ist, dass man die Narkolepsie frühzeitig erkennen sollte, da durch die Tagesschläfrigkeit die Leistungsfähigkeit in der Schule stark beeinträchtigt werden kann und Lehrer dies fälschlicherweise als Faulheit und Lustlosigkeit werten können.  In der Regel lässt sich das Befinden solcher Kinder durch regelmäßige, zeitlich genau festgelegte und kurze Schläfchen zwischendurch sowie durch stimulierende Medikamente entscheidend verbessern.

Schlafapnoe
Diese Kinder schnarchen laut und klagen meist über morgendliche Kopfschmerzen. Häufig kommt es auch zu Entzündungen der oberen Atemwege.

Schlafwandeln

Das aufrechte Sitzen im Bett ist ein typisches Verhalten beim Schlafwandeln. Es kommt aber auch immer wieder mal vor, dass Kinder tatsächlich im Schlaf wandeln und dabei den Eindruck erwecken, als wollten sie „fortgehen". Zum Teil kann es auch zu unpassenden Verhaltensweisen wie beispielsweise das urinieren in einem Schrank, vorkommen.
Schlafwandeln kommt am häufigsten im Alter zwischen 4 und 8 Jahren vor. Gewöhnlich tritt es erst im ersten Drittel der Nacht, also in der tiefsten Schlafphase, auf. Auch hier ist in der Regel keine medikamentöse Behandlung notwendig, da die Kinder so zu sagen aus dem Schlafwandeln „herauswachsen". Für Schlafwandelnde Kinder sollte man allerdings Sicherheitsvorkehrungen treffen, um sie vor Unfällen zu schützen.

Panikattacken während der Nacht
Typisch ist hier ein lautes Schreien des Kindes mitten in der Nacht. Oft findet man das Kind im Bett aufrecht sitzend, mit erhitztem Gesicht und Schweiß gebadet. Die Beruhigungsversuche der Eltern werden zum Teil gar nicht wahrgenommen. Wird das Kind dann wach, ist es verwirrt, desorientiert und kann sich an keine „bösen Träume" erinnern. Am nächsten Morgen kann es sich schließlich an nichts mehr erinnern. Nächtliche Panikattacken kommen häufig im Alter zwischen 4 und 12 Jahren vor und treten im ersten Drittel der Nacht auf. Mit zunehmenden Alter lassen die nächtlichen Panikattacken schließlich nach, so dass auch hier in der Regel keine medikamentöse Behandlung erforderlich ist.

Alpträume

Alpträume treten gewöhnlich in einer späteren Schlafphase auf, wenn der Traumschlaf seinen Höhepunkt erreicht hat. Hier kommt es selten zu Äußerungen wie Reden, Schreien oder Umsichschlagen. Alpträume treten häufig zwischen 3 bis 6 Jahren auf und lassen dann wieder nach.

Bettnässen
Bettnässen kommt noch bei jedem dritten Kind im Alter von 4 Jahren vor. Experten sprechen nur dann von einer Störung, wenn das Bettnässen nach dem 5. Lebensjahr anhält. In den meisten Fällen liegt hier eine Entwicklungsstörung vor. Im Laufe der Zeit stellt sich jedoch das Bettnässen von alleine ein. Trotzdem sollte man es nicht ignorieren. Sicherheitshalber sollten Sie einen Arzt oder pädiatrischen Schlafmediziner aufsuchen, um andere medizinische Ursachen auszuschließen. Zudem können Sie sich über die Methoden informieren, wie man die Blase trainieren oder mit Verhaltensstrategien die Probleme besser bewältigen kann.

Nächtliche rhythmische Bewegungsstörungen

Beim Schlafeintritt fallen Säuglinge und Kleinkinder manchmal in rhythmische Bewegungen, wahrscheinlich um sich auf diese Weise zu beruhigen. Dieses Verhalten nimmt ab dem 4. Lebensjahr wieder ab und ist kein Grund für Sorge.


Hinweise für Eltern

So erlernen Kinder gute Schlafgewohnheiten:

  • Legen Sie einen festen Zeitplan mit regelmäßigen Schlaf-/ Wachzeiten fest und achten Sie auf deren Einhaltung.
  • Zur Förderung der Schlafbereitschaft helfen Schlafrituale wie Gute-Nacht-Geschichten vorlesen, die regelmäßig durchgeführt werden sollten.
  • Dem Kind von klein auf beibringen, im eigenen Bett selbständig einzuschlafen.

 




Letzte Aktualisierung am 03.11.2009.

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